Interview mit Bernd Rosenmüller

„Geht nicht, gibt’s nicht.“

Interview mit Bernhard Rosenmüller – Werksleiter bei Schwarz Druck

Wie lange sind Sie schon im Unternehmen Schwarz Druck beschäftigt?

Im Januar 2019 habe ich bei Schwarz Druck als Betriebsleiter angefangen. Eine sehr kurze Zeit im Vergleich zu den anderen Kollegen, die teilweise schon Jahrzehnte dort arbeiten.

Ursprünglich habe ich an der TUM Maschinenbau studiert. Anfang der 90er trat ich meinen ersten Job als Ingenieur bei einem klassischen Maschinenbauhersteller an. Nach drei Jahren hatte ich die Möglichkeit, für einen namhaften Miesbacher Faltschachtelhersteller als Betriebsleiter ein neues Werk in den neuen Bundesländern aufzubauen. Dies war für mich der Einstieg in die Druckbranche.  2001 zog es mich dann wieder nach Bayern und ich übernahm im gleichen Unternehmen die Leitung des QM-Systems für das gesamte Unternehmen. Schwerpunkte waren die Weiterentwicklung der Prozesse in Hinblick auf die pharmazeutisch geprägten Kundenanforderungen sowie auf eine wirtschaftliche Optimierung.

Nach etlichen Jahren bin ich dann zu Schwarz Druck gewechselt, ursprünglich als Betriebsleiter. Und seit einem Jahr bin ich Werksleiter.

Was sind Ihre Aufgabengebiete?

Als Betriebsleiter war ich nur für die Produktion zuständig. Mittlerweile hat sich mein Verantwortungsbereich abteilungsübergreifend auf den gesamten Betrieb in Hausham ausgedehnt. Dabei drehen sich meine Aufgabenschwerpunkte um 3 Säulen: Menschen, Technik und Prozesse. Neben der kontinuierlichen Prozessentwicklung und -optimierung durchleuchte ich ständig die Effizienz des technischen Equipments und stelle Überlegungen an, wie unser Maschinenpark optimiert und weiterentwickelt werden kann. Denn jeder Kundenauftrag ist für uns ein individuelles Projekt. So gilt es ständig, das richtige Zusammenspiel zwischen Technik und Prozesse zu finden. Trotz der geforderten Individualität sind wir  bestrebt, unsere Abläufe zu standardisieren, um eine bestmögliche Wirtschaftlichkeit umzusetzen.

Ein sehr wichtiges und umfangreiches Aufgabengebiet, welches ich im Rahmen meiner neuen Position als Werksleiter übernommen hab, ist die Zuständigkeit für den Vertrieb. Wir verfügen hier über ein sehr kompetentes und agiles Team, welches auf dem nationalen und internationalen Markt aktiv ist.  Aktuell arbeiten wir am Ausbau des Verkaufes und werden unsere Mannschaft nochmals verstärken.

Schwarz Druck ist für die hohe Qualität bekannt und geschätzt bei den Kunden.
Wie schaffen Sie es, die Qualität seit so vielen Jahren zu halten?

Wir können die Qualität vor allem deshalb kontinuierlich hochhalten, weil die Abteilungen auf kurzen Wegen als Team zusammenarbeiten und wir damit eine offene und ehrliche Kultur pflegen. Das gilt auch, wenn es mal nicht wie geplant läuft. Wir arbeiten hier auf einem sehr hohen Niveau, wissentlich, dass immer etwas passieren kann, aber alles drangesetzt wird, Wiederholungen zu vermeiden. Wir achten sehr darauf, gemeinsame Lösungen zu finden, um Störungsquellen auszumerzen. Dabei hinterfragen wir, was wir als Team besser machen können, um unsere Abläufe noch sicherer zu gestalten  und einen glatten Durchlauf zu erzeugen. Mit der nötigen Transparenz und dem entscheidenden Weitblick gelingt es uns, einerseits eine Top-Qualität zu erzeugen und andererseits die Produktivität zu steigern. So erreichen wir minimale Herstellkosten, was uns wiederum hilft, den bestmöglichen Preis anbieten zu können. Auch das unterscheidet uns vom Wettbewerb: Preis/Leistung.

Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass sie ihre Ware so erhalten, dass sie deren Erwartungen voll entspricht. Dafür steht Schwarz Druck schon seit Jahrzenten.

Zudem genießt Schwarz Druck den Ruf, äußerst flexibel und individuell bei der Auftragsabwicklung zu sein. Welche Prozesse stecken dahinter?
Wie aufwändig ist es, jeden Auftrag individuell zu gestalten?

Wir begleiten unsere Aufträge schon bevor sie erteilt werden. Oft ist der Werdegang zu einem Auftrag ein sehr langer Prozess. Und da nehmen wir schon ganz am Anfang eine ganz entscheidende Rolle ein, deren Verantwortung wir uns bewusst sind: Wir beraten den Kunden von Beginn an, was er braucht und in welchem Umfang. Immer im Dialog mit dem Kunden. Denn uns ist wichtig, die bestmögliche Lösung für seine Aufgabenstellung anbieten zu können. Und die Lösung hängt natürlich von vielen Faktoren ab: Welche Möglichkeiten haben wir? Kann die Technik das umsetzen? Wie kann sie das umsetzen?

Die Anfragen der Kunden kommen über unseren Verkaufsaußendienst oder direkt bei unseren Projektmanagern an. Innerhalb kürzester Zeit werden entsprechende Besprechungen mit Technik, Einkauf und weiteren Fachabteilungen einberufen, um auf die Anfragen schnell reagieren sowie kompetente und realistische Lösungsvorschläge anbieten zu können. Bei den Anforderungen spielt sehr häufig der Liefertermin eine Rolle. D.h. die Verfügbarkeit muss geprüft werden. Stehen die Kapazitäten so zur Verfügung, dass die Liefertermine eingehalten werden können?
Sehr viele Prozesse sind bei der Auftragsabwicklung automatisiert gesteuert, sodass der Projektmanager bereits viele Fragen vorab klären kann und abteilungsübergreifend Informationen parat hat. So können wir frühzeitig eine fundierte Auskunft geben, wie ein späterer Auftrag aussehen könnte. 

Was denken Sie macht Schwarz Druck einzigartig?

Ganz klar die Beratungskompetenz. Die Kompetenz im Sicherheitsdruck allgemein, denn wir können auf sehr hohem Qualitätsniveau Anforderungen erfüllen, bestmögliche Fälschungssicherheit anbieten und auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden eingehen. Und das in einer sehr flexiblen Zeit. Dazu muss man erwähnen, dass die Projekte einen sehr unterschiedlichen Umfang haben, was die Komplexität betrifft. 

Wir begleiten den Kunden in der Findungsphase. Da weiß er teilweise noch gar nicht, was er braucht. Schwarz Druck steht da schon mit Rat und Tat zur Seite, um den Bedarf rauszufinden, was das Richtige für ihn ist. Das macht uns aus, die individuellen Bedürfnisse zu erkennen und dazu die optimalen Produkte anbieten zu können, mit dem dazugehörigen maßgeschneiderten Service.

Und dabei hat Schwarz Druck immer einen starken Background: Ein Team, auf das man sich stets verlassen kann.

Was sind Ihrer Meinung nach Produkte, die eine große Chance im Markt aufweisen können?

Der Bedarf an fälschungssicheren Printprodukten wird weiterhin vorhanden sein.

Die große Zukunft sehe ich in Sicherheitsdrucken, die eine Verbindung zwischen der digitalen Welt und den physikalischen Produkten herstellen. Es sind personalisierte Produkte die mit Datenbanken kommunizieren können und damit eine Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Exemplars ermöglichen.

Wir haben hier sehr schöne Lösungen, wie z.B. integrierte Karten, auch Butterfly-Karten genannt, ideal geeignet z.B. für Impfausweise.

Bei Bedarf übernehmen wir gerne auch die Logistik an die Verteiler. Durch solche Serviceleistungen werden Prozesse beim Kunden abgerundet.

Weiterhin wichtige Produkte werden beispielsweise Sicherheitsetiketten, Labels, Markenschutzetiketten und Steuermarken sein. Um nur einen Auszug wichtiger physischer Produkte zu erwähnen.

Mit Hilfe der Digitalisierung steigern wir den Nutzen unserer Produkte.

Was war Ihr spannendstes Projekt bis jetzt?

Ein Großprojekt für Steuermarken mit einer neuen Datenbank im Hintergrund. Ziel war die bereits angesprochene Rückverfolgbarkeit der einzelnen Marken.

Eine spannende Tätigkeit, die Datenbank mit ihren Funktionen auszuarbeiten und diese in die Herstellungsschritte zu integrieren.

Welche Projekte haben Sie bei Schwarz Druck schon begleitet, die zum großen Erfolg geführt haben?

Das beste Beispiel ist das eben erwähnte Steuermarken-Projekt, einschließlich der Einführung eines neuen Schneideautomaten für diese Tax Stamps. Mit unserer Blumermaschine schneiden wir einzelne Pakete, welche dann gleich banderoliert und zur Rückverfolgbarkeit gekennzeichnet werden. Durch das Einscannen der einzelnen Pakete werden diese in der Datenbank mit den entsprechenden Daten verheiratet.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein war die vor kurzem getätigte Investition in die Brotech-Maschine. Mit dieser neu angeschafften Maschine können wir Sicherheitsetiketten in höherer Qualität noch produktiver herstellen. Unsere Maschinen sind normalerweise für sehr große Auflagen ausgelegt. Mit der Anschaffung der neuen Brotech-Maschine können wir nun auch Unternehmen bedienen, die mittlere und kleinere Auflagen benötigen. So rücken wir auch vermehrt in das lokale Feld, was sehr schön für uns ist.

Gibt es einen besonderen Moment im Hause Schwarz Druck, an den Sie gerne zurückdenken? Ein besonderer Kunde? Ein besonderes Projekt?

Eine schöne Geschichte ist das Chiemgauer Regiogeld. Es ist eine charmante Lösung, um die lokale Wirtschaft – gerade in diesen Corona-gebeutelten Zeiten – zu unterstützen. Und wir freuen uns, dabei helfen zu können. Der Erfolg des Regiogeldes ist enorm. Die Chiemgauer Region schwärmt von einer neuen starken Währung und von einer regionalen Wertschöpfung.

Auch für die Giesinger Brauerei haben wir letztens Biermarken gedruckt.

Unsere Gutscheine sind sehr beliebt, da sie Sicherheitsfeatures aufweisen, die einen sicheren Fälschungsschutz und einen entsprechenden Wert darstellen. Ich bin mir sicher, Fälscher würden sich hier die Zähne ausbeißen.

Es gibt uns ein gutes Gefühl, Kunden in unmittelbarer Nähe mit solchen Produkten beliefern zu können.

Wie schaffen Sie es, sich zu motivieren?

Die Zusammenarbeit mit den Menschen. Die Zusammenarbeit als Team. Dass man an einem Strang zieht und versucht, neue Wege zu gehen. Ich mag es, die Dinge von verschiedenen Blickwinkeln aus zu betrachten und Lösungen zu finden, welche vielleicht im ersten Moment unkonventionell erscheinen. Die Weiterentwicklung solcher Lösungsansätze mit dem Team macht mir dabei sehr viel Spaß. Die Kreativität der Leute wird geweckt, die einzelnen Teammitglieder bringen sich ein und arbeiten selbstständig mit. Wir bei Schwarz Druck beschränken uns nicht auf die eigenen Fähigkeiten. Ideen und Innovationen von jedem einzelnen Kreativgeist werden eifrig verfolgt. Diese positive Dynamik motiviert mich. Das pusht mich, und hoffentlich kann ich diese positive Energie dem Team wieder zurückgeben.

Gibt es ein Motto in Ihrem Leben? Und wie würden Sie sich beschreiben?

Ich bin ein Optimist. Ich sehe die Aufgaben und ringe nach Lösungen. Wie ich mich selbst beschreibe? Es ist gar nicht leicht, mich selbst zu beschreiben.

Günther, wie würdest du Bernhard Rosenmüller beschreiben?

Ich glaube, Bernhard Rosenmüller wacht morgens mit dem Gedanken auf, etwas Positives verändern zu wollen. Er hat einen unglaublichen Optimismus und findet auch immer für alles eine Lösung. Seine positive Ausstrahlung und sein Engagement wirken sich auf mich sehr motivierend aus und es macht mir echt Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten. Ich schätze Menschen, die etwas bewegen möchten.

Schön. Ein klares Statement des Kollegen.
Die letzte Frage: Gibt es etwas, was Sie in Ihrem Leben machen möchten?

Eine ausführlichere Reise mit der Enduro, Nordafrika oder Richtung Kaukasus.

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